Call for Papers 2022

  • BauZ! 2022 wandert in den Mai und findet in Kooperation und zeitlicher Nachbarschaft zum „GreenTech“-B2B-Event der Außenwirtschaft Austria statt.
  • Wir sehen uns in Wien! Aber es wird auch Online-Teilnahmemöglichkeiten geben.
  • Thema ist das sanierte Gebäude als Teil seiner gleichfalls sanierten Umgebung.

Sanierte Gebäude in guter Gesellschaft

Gebäude werden saniert, wenn die Attraktivität oder der Nutzen des Gebäudes gesteigert oder wenn die Wirtschaftlichkeit oder die Verwertbarkeit einer Immobilie verbessert werden können. Mit Gebäudesanierung wollen wir uns bei BauZ! 2022 beschäftigen, zumal die Rahmenbedingungen günstig sind:

Eine Leitlinie, die auch die gesellschaftliche und die globale ökologische Bedeutung der Gebäudesanierung unterstreicht, ist mit dem European Green Deal und den dazugehörigen Regulativen des Gesetzespakets „FIT for 55“ gegeben. Mit dieser Leitlinie wird die Decarbonisierung des Bausektors und des Gebäudebetriebs fortschreiten. Dabei spielt die Sanierung des Gebäudebestandes die Hauptrolle.

Die Umweltwirkung eines Gebäudes speist sich aus mindestens fünf Quellen.

  1. Der grauen Energie der Baustoffe in Gebäuden als die Energiemenge, die für Herstellung, Transport und Entsorgung der Baustoffe sowie für die Errichtung des Gebäudes anfällt,
  2. der Betriebsenergiebedarf des Gebäudes,
  3. der (anteiligen) Infrastruktur für die Versorgung des Gebäudes mit Strom, Wärme/Kälte, Wasser und Kommunikation,
  4. der Nachfrage nach Funktionen, die ein Gebäude für seine Nutzerinnen nicht bereithält. Denn diese Funktionen werden woanders gesucht, was Verkehr erregt und Verkehrsinfrastruktur benötigt und rechtfertigt.
  5. dem Verbrauch an Boden.

Entsprechend gibt es mindestens fünf Arbeitsfelder, die eine Gebäudesanierung zum Erfolg machen können.

  1. Hybridbauweisen für die Stadt entwickeln! Vorfertigung steigert die Effizienz und Qualität von Sanierungsmaßnahmen und ist eine gute Gelegenheit, die Konstruktionen auf Demontierbarkeit und Wiedernutzbarkeit hin auszulegen. Die graue Energie kann durch lösbare Verbindungen in demontierbaren Konstruktionen auf eine längere Lebensdauer bezogen werden. Und: auf eine Architektur setzen, die nach allem, was wir wissen können, auch in 200 Jahren noch attraktiv sein wird, weil sie nicht nur nützlich für den vorgesehenen Zweck, sondern komfortabel und attraktiv für Menschen ist, was immer diese in dem Gebäude tun wollen.
  2. Gebäudehüllen, die thermisch so gut balanciert sind, dass sie mit minimalem Energieeinsatz und Regelbedarf komfortable Temperaturen bei guter Raumluftqualität gewährleisten.
  3. Energieerzeugung, -verteilung, -speicherung auf Quartiersebene anstreben, an Anergienetzen teilnehmen. Energiegemeinschaften gründen. Sektorkopplung nutzen. Plusenergiequartiere (PEDs) planen.
  4. Über Gebäudegrenzen hinweg gemeinsam genutzte Gemeinschaftseinrichtungen entwickeln: Gärten, Dachgärten, Höfe, gemeinschaftlicher Gartenbau, temporär vermietbare Räume. Außerhalb der Grundstücksgrenzen: Entwicklung von Grün- und Freiräumen, Verkehrsräumen (Supergrätzl/Superblocks) und Erdgeschoßzonen, proaktiv und gemeinsam mit der Gemeinde.
  5. Bestehendes nutzen und ertüchtigen schont Ressourcen. Verdichten und Nachnutzungen reduzieren den Flächenverbrauch. Zwischennutzungen in Gebäuden einrichten, die später abgerissen oder renoviert werden sollen oder in Baulücken, die später bebaut werden sollen. Pop-Up-Geschäfte und Pop-Up-Wohnungen, Vertical Farming. Mobile Gebäude, die auf vorübergehend nicht genutzten Flächen aufgestellt und später anderswohin versetzt werden können. Geschäftsmodelle, um spekulativen Leerstand verfügbar zu machen?

Ihre Produkt- oder Dienstleistungsentwicklung, Ihr Bauprojekt, Ihr Forschungsprojekt sind gefragt. Wir freuen uns über Ihre Einreichung!