Programm

Mittwoch, 19. Februar 2020
Donnerstag, 20. Februar 2020
Freitag, 21. Februar 2020

Baustoffe, die bleiben – Klimagerechte, kreislauffähige Architektur.

Das Ziel, auf den bei der Entwicklung von Bauprodukten alles zuläuft, ist der Verkauf und der Einbau in ein Gebäude. Der Augenblick, in dem die verkaufsfertige Ware vorliegt, ist auch der Zeitpunkt, an dem ein maximales Wissen über den Baustoff und seine Leistungsmerkmale gegeben ist.

BauZ! 2020 setzte dieses Ziel versuchsweise später an, nach dem Ende der Nutzungsphase, an einem kritischen Zeitpunkt, an dem das Material für einen juristischen Augenblick lang zu Abfall wird, um dann sofort und routinemäßig – darauf kommt es an! –, zu Rohstoff umgedeutet, ein zweites Mal auf den Weg zum verkaufsfähigen Produkt gebracht zu werden.

Dies ist auch ein kritischer Zeitpunkt des minimalen Wissens über den Baustoff, denn: Wann wird dieser Augenblick sein? Welche Marktverhältnisse werden für ein mögliches rezykliertes Material herrschen? Was wird zu diesem Zeitpunkt technisch und rechtlich geboten, erlaubt und verboten sein? Und: In wieweit sind die Leistungsmerkmale des neuwertigen Baustoffs erhalten geblieben?

Diesem minimalen Wissen steht ein umfangreiches Erfahrungswissen aus dem Rückbau von Gebäuden aller Altersklassen gegenüber. Wir wissen sehr wohl, wovon es abhängt, ob ein wieder gewonnenes Material mit geringen oder nur mit hohem Aufwand oder überhaupt nicht neu eingesetzt werden kann und entsorgt werden muss. 

Wir sprachen also von der Kreislauffähigkeit als weiterem und vielfach neuem Leistungsmerkmal für Baustoffe und damit auch für Konstruktionen. Aber auch für architektonische Entwürfe und sogar für die Stadtentwicklung konnte das Kriterium Kreislauffähigkeit angewendet werden!

Rückblick auf den Kongress

Wir tagten in einem ermutigenden Umfeld einer neuen Europäischen Kommission, die den EU Green Deal in den Mittelpunkt ihres Arbeitsprogramms stellt, und einer neuen österreichischen Bundesregierung mit deutlichen Umweltschwerpunkten.

Wir starteten am Mittwoch mit einer Architekturexkursion. 

Wir besuchten Sanierungsprojekte, die eine neue, verbesserte, erweiterte oder gänzlich andere Nutzung eines Gebäudebestandes ermöglichen und schlossen mit zwei Neubauprojekten ab, bei denen die Vielfalt der Nutzung von Anfang an Programm ist.

Abends lud uns die Botschafterin von Finnland, Pirkko Hämäläinen, in ihrer Residenz zum Empfang, bei dem viele gute Gespräche geführt wurden.

Am Donnerstagmorgen hörten und diskutierten wir Berichte aus einer Ratsarbeitsgruppe auf Anregung der Finnischen Ratspräsidentschaft, die sich in den vergangenen Monaten mit der zukünftigen Fassung der EU Bauproduktenverordnung beschäftigt hatte und eröffneten mit Grußworten der Ministerien, die den Kongress seit vielen Jahren unterstützen (nun gemeinsam neu zugeordnet im Ministerium für Klimaschutz).

Das Kongressprogramm am Donnerstag und Freitag entfaltete sich mit einer Reihe von Vorträgen über materialorientierte Projekte, Fortschritte bei Berechnungsmethoden und über Architekturprojekte. Die Vorträge wurden eingerahmt durch Diskussionen im Plenum, Gespräche in den Pausen und an den Ausstellertischen.

An den Abenden waren unsere Gäste am Donnerstag bei der klimaaktiv-Auszeichnungsveranstaltung – diesmal im Beisein der neuen Klimaschutzministerin Leonore Gewessler – und am Freitag beim Come Together in der „Baurettungsgasse“ der Messe willkommen.