Call for Papers

Baustoffe, die bleiben – Klimagerechte kreislauffähige Architektur

Energieeffiziente Bauweisen lassen den Anteil der in den Baustoffen inkorporierten grauen Energie ansteigen – relativ zur immer geringeren benötigten Betriebsenergie der Gebäude. Aber auch absolut nimmt der Anteil des baustoffbedingten Energieaufwandes zu, weil Materialeinsatz, Materialvielfalt und die Anzahl der Bauteilschichten bei energieeffizienten Gebäudehüllen zunehmen, ebenso die Verbindungstechniken. Und damit haben wir noch nicht über den Landschaftsverbrauch und die Einträge von Schadstoffen durch Produktion und Transport von Baustoffen in die Luft, die Gewässer und den Boden, damit aber auch in Lebewesen, nicht zuletzt in uns selbst gesprochen.
Wären Baustoffe ideal recyclingfähig, könnte man alle diese Aufwände und Belastungen auf eine praktisch unendliche Nutzungsdauer beziehen, sie würden also gegen Null gehen. Die Verlängerung der tatsächlichen Lebensdauer von Gebäuden und und die Verlängerung der Nutzungsdauer von Baustoffen über eine Gebäudelebensdauer hinaus sind daher Schlüsselaufgaben für zukunftsfähiges Bauen!
Zeit für ein Update! Wo stehen wir heute? Wo könnten wir demnächst stehen? Herzlich willkommen mit Ihrem Forschungsprojekt, mit Ihrem Bauprojekt, mit Ihrer Produktentwicklung bei BauZ! 2020!

1 Kreislauffähige Bauprodukte, Bauelemente und Rezepturbestandteile, die …

  1. … erstmals oder besser als bisher wiederverwendbar sind oder tatsächlich wiederverwendet werden (Verfahrensverbesserungen, verbesserte Wirtschaftlichkeit)
  2. … erstmals oder besser als bisher wiederverwertbar sind – Verbesserte Recyclingoptionen – technisch, wirtschaftlich
  3. … seit jeher gute Kreislauffähigkeiten hatten, aber nun auch technische Zulassungen erhalten haben, in Normen geregelt, oder Brandschutzanforderungen erfüllen – also in der Praxis besser einsetzbar wurden
  4. … neue Alternativen zu derzeit gängigen Produkten und Elementen darstellen – mit Vorteilen bei der Kreislauffähigkeit.

2. Trennbare Konstruktionen und Bauteilschichten:

  1. Neue (zugelassene, genormte …) trennbare Verbindungsmöglichkeiten
  2. Bausysteme, die durch einfacheren Aufbau – Ersparnis von Bauteilschichten – Verbindungen einsparen
  3. Bausysteme für wiederholte Montage und Demontage
  4. Reparaturfreundliche Konstruktionen, unproblematische Sanierungsfähigkeit, Austausch (kurzlebiger) TGA-Komponenten

3. Architektur, die bleibt

  1. Großzügige Architekturen – die gerne in verschiedensten Funktionen immer weiter genutzt werden, sodass Gebäude hunderte Jahre stehenbleiben können.
  2. Schöne Architekturen – Das heikle Thema „Schönheit in der Architektur“ als Nachhaltigkeitsfaktor.
  3. Robuste statt effizienter Entwürfe – robust gegenüber Änderungen der Nutzerbedürfnisse und Nutzungsformen im Laufe der Gebäudelebenszeit. Werden Entwürfe „robuster“, wenn sie bereits von Bestellerseite leicht umrüstbar für mehrere Nutzungsformen bestellt wurden? Beispiele für „planerisch vorweggenommene Umbauten“!
  4. Das ergänzende Konzept: demontable Gebäude zu vorübergehendem Gebrauch, die an anderer Stelle neu aufgebaut werden können.