Call for Papers

Was wird anders? Planen 2017–2050

Die Netto-Dekarbonisierung der Weltwirtschaft bis 2050 – das wurde in Paris am 12. Dezember 2015 von den 195 Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen vereinbart. Was bedeuten diese dürren Worte, ab sofort, für die pralle Wirklichkeit des Planens und Bauens?

1. Den Standort entwickeln. Die Stadt zwischen den Häusern finden.

Die Lage ermöglicht die Nutzung, aber das Gebäude definiert den Standort. Projekte, die das Geben und Nehmen zwischen Lage und Gebäude zeigen.

Die Stadt zwischen den Häusern finden:

  • Wie sehen Straßen aus, die urbanes oder dörfliches, jedenfalls öffentliches Leben fördern?
  • Erdgeschoßzonen: wo Stadt stattfindet.
  • Grünräume, und wie sie genutzt werden, Urban Gardening.

Alte Wohnformen, neue Lebensweisen: Einfamilienhäusern von vorneherein als zukünftige Mehrpersonenhäuser planen? Sehen Sie noch andere Möglichkeiten der beliebtesten Wohnform der ÖsterreicherInnen Nachhaltigkeit einzuhauchen?

2. Gebäude im Plus-Pelz als Netzknoten von Energieversorgung und Energieproduktion.

Plusenergiegebäude. Gebäude für die Smart Citiy Umgebung. Das Management von Synergien zwischen Lastprofilen innerhalb von Nachbarschaften.

3. Zusammenarbeiten!

Eine durchgängige gemeinsame mehrdimensionale Datengrundlage vom ersten Konzept, über die Planung bis zu Betrieb, Reparatur und Abbruch ist das Versprechen, das mit Building Information Modelling (BIM) verbunden ist. Die gemeinsame Datengrundlage sagt aber noch nichts darüber aus, welche Wirkung sie in der Zusammenarbeit über Disziplinen und Gewerke hinweg hat. Die Zusammenarbeit (hierarchisch, kooperativ?) ist das Thema, die Softwarelösungen der Anlass (nicht umgekehrt). Was haben Sie für Erfahrungen?

Objektivierte und anonymisierte Vergabeverfahren verhindern, dass eingespielte Teams von Planern und Ausführenden gemeinsam anbieten. Denn Architekturwettbewerb und Ausschreibung sind sorgfältig separierte Verfahren. Totalunternehmer und Bauträgerwettbewerbe scheinen das Problem zu umgehen. Wie könnte das Effizienzpotenzial einer erprobten Zusammenarbeit zwischen Planern und Ausführenden gehoben werden? Wie könnte eine die Ausschreibung optimierende Zusammenarbeit zwischen Planung und Bietern bereits während der Ausschreibung beginnen?

Planer als Bauherrn und Immobilienentwickler [aufbauend auf dem Thema von tri 2016 – “Dann mach ich es selbst”]. Welche Erfahrungen gibt es damit?

Baugruppen – gemeinschaftliches Bauen und die notwendigen Partner bei Planung, Finanzierung und Baulandbereitstellung.

Wie beeinflussen Baugruppen das Gebäude, das sie beauftragen und mitgestalten? Wodurch unterscheiden sich Baugruppen-Planungen von anderen? Welchen Einfluss haben sie auf ihre Nachbarschaft?

4. Kriterien für zukunftsfähige und zugleich kostengünstige Gebäude.

High Tech oder Low Tech? Komplex oder einfach?

Reflektionen darüber, wo Fortschritte bei Gebäudekonzepten absehbar werden – oder gebraucht würden. Das Sprießen der Gebäudekonzepte” hieß es bei BauZ! 2011. 2017 heißt es: Gebäudekonzepte erneut in den Zustand des Sprießens bringen!

Minimalisierung und Hang zur Autarkie: Was können Mikrohäuser? Was können minimierte “Smart”-Wohnungen?

Wo sind die Kostentreiber beim hochwertigen Bauen?

Kostengünstig in der Errichtung oder wirtschaftlich im Lebenszyklus? Wie wird langfristig wirtschaftliches Bauen machbar?

Kosten der Lüftungssysteme. Der Retro-Trend zu Abluftanlagen.

5. Den Lebenszyklus betrachten.

Neue Materialien, verbesserte Materialien, neue Produktionsverfahren, neue Bauprozesse – immer im Hinblick auf ökologische Verbesserungen. Von High-Tech bis naturnah.

Rückbaugerecht konstruieren! Welchen Wert stellt das Gebäude nach seinem (gedachten) Rückbau aus heutiger Sicht dar? Ist dieser Wert als Teil der Lebenszykluskosten optimierbar?

Die anzunehmende Lebensdauer von Bauteilschichten und Konstruktionen und der anzunehmende Strommix als methodische Schwachpunkte von Lebenszyklusrechnungen. Was tun?

In energieoptimierten Gebäuden ist der Materialeinsatz für Errichtung und Instandhaltung in einer ähnlichen Größenordnung wie für den Betrieb. Auch die Materialebene lässt sich optimieren: Beispiele!

Neue Herausforderungen durch EU-Vorgaben: PEF und/oder EPD.

6. Den Erfolg messen, die Qualität sichern.

Den Erfolg der Planung und Ausführung sichern: Gebäudebewertung! Vielfach wird sie als sinnlose Verteuerung des Bauens gesehen. Wir suchen Beispiele von Projekten, die von Anfang an von der Beachtung von Gebäudebewertungskriterien profitiert haben.

Siedlungsbewertung, die neue Erweiterung der Gebäudebewertung. Was kann daraus werden?

Die Wirkung der Gebäudeausrüstung und den Erfolg des Gebäudebetriebs messen: energetisches Gebäudemonitoring, Komfortmonitoring, Nutzerzufriedenheit. Beispiele, die zeigen, warum sich der Aufwand lohnt. Zum Beispiel Hygiene und Komfort von Abluftanlagen, dezentralen Lüftungsanlagen und Kaskadenlüftung messen und simulieren.